Wie bewusste Sprache deine Selbstoptimierung revolutioniert – und warum ich „man“ nicht mehr sage
Von Norbert Peter
Einleitung: Die unterschätzte Kraft unserer Worte
Im Prozess der Selbstoptimierung konzentrieren wir uns oft auf messbare Faktoren wie Produktivität oder Gesundheit. Doch einer der wirkungsvollsten Hebel liegt in etwas viel Grundlegenderem: unserer Sprache.
Als Berater und Coach habe ich, Norbert Peter, vor Jahren eine entscheidende Veränderung vorgenommen – ich habe das Wort „man“ aus meinem aktiven Wortschatz gestrichen. Diese scheinbar kleine Anpassung hatte tiefgreifende Auswirkungen auf meine Klarheit, mein Selbstbewusstsein und meine Beratungserfolge.
1. Das Problem mit dem Wörtchen „man“
1.1 Wie uns Allgemeinplätze schwächen
„Man sollte mehr Sport machen.“
„Man könnte das besser lösen.“
„In solchen Situationen sagt man besser nichts.“
Diese Sätze haben eines gemeinsam: Sie entziehen uns der Verantwortung. Indem wir „man“ verwenden:
- Distanzieren wir uns von unseren eigenen Aussagen
- Verwässern wir klare Positionierungen
- Übernehmen wir ungeprüft Meinungen anderer
1.2 Ein Praxisbeispiel aus meiner Beratungstätigkeit
Kürzlich arbeitete ich mit einem Unternehmen an einer Strategieoptimierung. Der Geschäftsführer sagte: „Man müsste eigentlich die Digitalisierung vorantreiben.“
Meine Rückfrage: „Wer genau ist ‚man‘ in diesem Fall? Ihr Entwicklungsteam? Die Geschäftsleitung? Externe Berater?“
Erst als wir vom vagen „man“ zu konkreten Verantwortlichkeiten kamen („Wir als Führungsteam werden…“), entstand ein umsetzbarer Aktionsplan.
2. Bewusste Sprache als Erfolgsfaktor in Beratung und Führung
2.1 Warum Ganzheitlichkeit präzise Sprache erfordert
In meiner Arbeit mit Führungskräften und Unternehmen zeigt sich immer wieder:
„Erfolgreiche Lösungen entstehen nur, wenn wir alle relevanten Aspekte klar benennen – und uns nicht in Allgemeinplätzen verlieren.“
Das bedeutet konkret:
- Bei persönlichem Coaching: Statt „Man sollte mehr auf Work-Life-Balance achten“ → „Welche konkreten Schritte können Sie heute für Ihre Balance tun?“
- In Unternehmen: Statt „Man müsste die Kommunikation verbessern“ → „Unser Marketingteam wird ab nächster Woche wöchentliche Updates bereitstellen.“
2.2 Die drei Ebenen der Sprach-Selbstoptimierung
- Bewusstsein: Erkennen, wann wir „man“ als Schutzschild nutzen
- Präzision: Konkrete Subjekte einsetzen (ich, wir, das Team)
- Verantwortung: Zu jeder Aussage stehen können
3. Praktische Umsetzung: So integrierst du bewusste Sprache in dein Leben
3.1 Der 7-Tage-Sprach-Detox
- Tag 1-2: Beobachte, wie oft du „man“ verwendest
- Tag 3-5: Ersetze jedes „man“ durch ein persönliches Pronomen
- Tag 6-7: Reflektiere die Wirkung auf dein Denken
3.2 Tools für den Berufsalltag
- Meeting-Vorbereitung: Liste unpräzise Formulierungen auf und formuliere sie um
- E-Mail-Check: Bevor du sendest, scanne nach „man“-Formulierungen
- Feedback-Kultur: Ermutige Kollegen, konkret zu sprechen
4. Die wissenschaftliche Basis: Warum das funktioniert
Neurolinguistische Forschungen zeigen:
- Präzise Sprache aktiviert das präfrontale Cortex (Verantwortungsbereich)
- Vage Formulierungen triggern passive Denkmuster
- Ich-Aussagen stärken das Selbstwirksamkeitsgefühl
5. Fazit: Kleine Worte, große Wirkung
Die Entscheidung, „man“ aus meinem Sprachgebrauch zu streichen, war einer der wirkungsvollsten Schritte meiner persönlichen und professionellen Selbstoptimierung. Sie hat:
- Meine Beratungsergebnisse verbessert
- Meine Kommunikation klarer gemacht
- Mein Selbstbewusstsein gestärkt
Deine Challenge: Beginne heute damit, ein einziges „man“ durch ein „ich“ oder „wir“ zu ersetzen – und beobachte die Wirkung.
Über den Autor:
Norbert Peter ist Berater und Coach für bewusste Kommunikation und organisationale Entwicklung. Seine Methode der „Verantwortungssprache“ hilft Führungskräften und Teams, klarer und wirksamer zu kommunizieren.
